Preisvergleich: Neubaukosten vs. Bestandswohnungen
Deutschland braucht mehr Wohnungen, vor allem bezahlbare. Diese Forderung wird seit langem gebetsmühlenartig vorgetragen. Die neue Bundesbauministerin Verena Hubertz will mit dem „Bau-Booster“ die Wende zur regen Bautätigkeit einleiten. Der Haken: Neubauwohnungen sind noch immer viel zu teuer. Der jetzt veröffentliche „Postbank Wohnatlas 2025“ hat Neubauwohnungen mit Bestandswohnungen verglichen.
Wer in Deutschland eine Neubauwohnung kaufen will, zahlt durchschnittlich fast überall mehr als für eine vergleichbare Bestandswohnung. Danach liegt in 48 Regionen der Aufschlag für einen Neubau im mittleren Preissegment unter 1 500 Euro je Quadratmeter. Besonders hohe Preisaufschläge wurden in Dessau-Roßlau und Garmisch-Partenkirchen festgestellt.
Die einzige Ausnahme im mittleren Preissegment ist der Landkreis Nordfriesland. Im oberen Segment, den teuersten zehn Prozent der Angebote, ist die Liste der Sonderfälle laut„Postbank Wohnatlas 2025“dagegen länger: Hier sind Neubauten in den Ferienregionen an der Nordsee (Landkreise Aurich, Leer, Friesland und Wittmund) sowie in der Stadt und im Landkreis Rostock an der Ostsee günstiger als Bestandswohnungen.
In einigen Regionen kann sich der Kauf eines Neubaus trotz höherer Preise langfristig lohnen. Denn ältere Eigentumswohnungen müssen oft umfangreich saniert oder energetisch modernisiert werden. Expertinnen und Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) haben für den Postbank Wohnatlas die regionalen Preisunterschiede zwischen Neubauten, die zwischen 2022 und 2024 fertiggestellt wurden, und vergleichbaren Bestandswohnungen analysiert. Dafür haben sie auf Basis der Angebote des Jahres 2024 die Preisdifferenzen für 70 Quadratmeter große Eigentumswohnungen in zwei Preiskategorien berechnet. Im mittleren Preissegment werden die mittleren Preise (Mediane) aller Bestands- sowie aller Neubauwohnungen einer Region einander gegenübergestellt. Der Median gibt den jeweils mittleren Wert aller Preise an, die vorab nach aufsteigender Größe sortiert wurden. Ober- bzw. unterhalb des Medians liegen somit jeweils 50 Prozent der Werte. Im oberen Preissegment wurden die teuersten zehn Prozent der Preise von Neubau- und Bestandswohnungen miteinander verglichen. Nebenkosten blieben außen vor.
In 68 von insgesamt 400 untersuchten deutschen Regionen wird für Neubauten im mittleren Preissegment ein Preisaufschlag von 2 500 Euro oder mehr je Quadratmeter fällig. Gegenüber einer vergleichbaren Bestandswohnung beträgt dort im Durchschnitt der Aufpreis mindestens 175 000 Euro. Spitzenreiter ist die Stadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt mit einem Aufpreis von 403 014 Euro. Auf den Plätzen dahinter folgen drei Regionen in Bayern: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kostet eine Neubauwohnung 400 824 Euro mehr, im Landkreis Miesbach sind es 356 092 Euro, und in der Stadt Erlangen 283.106 Euro. Auch zwei Großstädte der sogenannten „Big 7“ befinden sich unter den zehn Regionen mit den höchsten Preisaufschlägen für Neubauten: Stuttgart auf Rang fünf mit 276 289 Euro und Düsseldorf auf Rang zehn mit 239 766 Euro.
Ausführliche Informationen: https://www.postbank.de/unternehmen/medien/meldungen/2025/august/was-neubauten-im-vergleich-zu-bestandswohnungen-kosten.html
Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Analyse, die den fünften Studienteil des diesjährigen Wohnatlas darstellt, wurde unter der Leitung von Diplom-Volkswirtin Dörte Nitt-Drießelmann, Senior Researcherin beim Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.