Beschleunigter Aufwärtstrend bei Baugenehmigungen
Eigentlich ist es ja eine gute Nachricht. Nach der Genehmigungsmisere des Jahres 2024, als im Jahresverlauf so wenige Baugenehmigungen erteilt wurden wie seit 2010 nicht mehr, ist die Zahl der Genehmigungen von Wohnungen im Jahr 2025 zwar nicht sprunghaft, aber im Zeitraum von Januar bis November immerhin um 11,3 Prozent gestiegen, verglichen mit den erstem 11 Monaten des Vorjahres. In konkreten Zahlen: ein Plus von 21 900 Wohnungen auf insgesamt 215 500. Diese Zahlen hat jetzt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht.
Rechnet man allerdings die politische Wunschzahl von jährlich 400 000 Wohnungen dagegen, mutet es fast wie ein Tropfen auf den heißen Stein an. Das gilt umso mehr, wenn man die vom Pestel Institut gGmbH errechneten Fehlzahlen einbezieht. Das hatte bereits für Ende 2024 bundesweit 1,4 Millionen fehlende Wohnungen errechnet, um die Wohn-Misere zu beenden. So gesehen erreichten die bis November 2025 genehmigten Wohnungen gerade einmal knapp 55 Prozent des politischen Wunschdenkens und des wirklichen Bedarfs.
Laut Bundesamt wurden demnach in neu zu errichtenden Wohngebäuden von Januar bis November 2025 insgesamt 175 200 Wohnungen genehmigt, das waren 13,9 Prozent oder 21 400 Neubauwohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu verdanken sei dies vor allem dem Einfamilienhausbau gewesen. Hier sei die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 17 Prozent auf 40 700 gestiegen, während bei den Zweifamilienhäusern die Zahl genehmigter Wohnungen um 1,6 Prozent abgenommen habe. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 114 800 Neubauwohnungen.
Das war einen Anstieg um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Wohnheimen stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32,9 Prozent (+2 000) auf 8 200 Wohnungen. Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden von Januar bis November 2025 insgesamt 36 800 Wohnungen genehmigt, 3,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2024.
Weniger Bauwünsche gab es dagegen in neuen Nichtwohngebäuden. Hier wurden von Januar bis November 2025 insgesamt 15,7 Prozent weniger Genehmigungen erteilt. Hierzu zählen die Wiesbadener Statistiker zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.
