16 02. 2024

Sopro Bauchemie GmbH: Spezialisierte Baustoffe für mehr Wachstum

Als Andreas Wilbrand, Geschäftsführer der Wiesbadener Sopro Bauchemie GmbH, anlässlich der Jahrespressekonferenz Ende 2022 verkündete: „Unsere DNA ist Wachstum“, konnte er nicht ahnen, dass die Wirtschaftsentwicklung im Allgemeinen und die Baukonjunktur im Besonderen einen Strich durch die Rechnung machen würden. Denn gut ein Jahr später, als er im Januar 2024 gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Michael Hecker im Rahmen der aktuellen Jahrespressekonferenz die Jahresbilanz 2023 erläuterte, war Wachstum zumindest für das abgelaufene Jahr kein Thema. Denn an dessen Ende fehlten etwa 2 Prozent auf dem Bilanz-Konto.
< Viel Interesse an der inzwischen selten gewordenen Präsenz-Pressekonferenz

Besonders enttäuschend sei es für ihn gewesen, so kurz vor dem selbst erklärten Etappenziel der 200 Millionen Umsatzmarke ausgebremst worden zu sein. Die Tatsache, „dass wir wahrscheinlich mit dem geringen Minus vergleichsweise noch sehr gut dastehen“ dürfte für ihn nur ein schwacher Trost sein. Am Ende waren es dann „nur“ 190,1 Millionen Euro (nach 194,2 Millionen Euro 2022), bezogen auf die Sopro Bauchemie GmbH. In der gesamten „Sopro Gruppe“, kumuliert mit allen Umsätzen der Sopro Auslandstöchter, Schwesterunternehmen und Exportaktivitäten, wurde ein Umsatz von mehr als 270 Millionen Euro erreicht.

"Aus unserer Sicht haben wir uns in Deutschland etwas besser entwickelt als der Markt"
Andreas Wilbrand, Geschäftsführer SoproBauchemie GmbH

Damit habe Sopro als Gruppe in ihrem bauchemischen Kerngeschäft in vielen europäischen Ländern trotz generell widriger Umstände seine Spitzenpositionen in einschlägigen Marktumfeld festigen können. Allzu schlecht sei das Jahr dann eben doch nicht gewesen, zumal „wir uns mit Blick auf das Volumen des Gesamtfliesenverbrauchs in Deutschland besser entwickelt haben als der Markt“.
Da sich eines der Kerngeschäfte des Wiesbadener Unternehmens um die Verlegung keramischer Fliesen dreht, wirke sich die Absatzschwäche dieser Produkte eben auch auf den Bauchemie-Absatz aus. Weniger verlegte Fliesen bedeuten weniger Bedarf an Verlegeprodukte.

Wilbrand zitierte in diesem Zusammenhang eine Absatz-Statistik des italienischen Verbandes der Fliesenhersteller Confindustria Ceramica, die für Deutschland eine Fliesenabsatz von 105 Millionen Quadratmeter veröffentlicht hat. Damit sei der Tiefpunkt des Marktvolumens von 2009 erreicht worden, nachdem laut gleicher Statistik-Quelle 2022 von immerhin knapp 148 Millionen Quadratmetern die Rede war.

Und da sind ja auch noch die Zahlen der Baugenehmigungen, die wenig Entspannung signalisieren und die zuletzt nach jahrelangen Höhenflügen kontinuierlich zurückgegangen sind. Entsprechend mangelt es auch in der keramischen Industrie selbst an überbordenden Glückgefühlen, wozu die massiv gestiegenen Energiepreise beigetragen haben, was bekanntermaßen bereits zu einigen erheblichen Verwerfungen wie Stilllegungen, Insolvenzen und Firmen-Verkäufen geführt hat.

"Substitute erzeugen weiterhin Konkurrenzdruck auf die Keramik als attraktiven, wohngesunden und langlebigen Wand- und Bodenbelag"

Für Wilbrand sind es aber nicht zuletzt auch die Substitute wie zum Beispiel jene „LVTs“ („Luxury Vinyl Tiles“), die als meist kostengünstigere Wand- und Bodenbeläge weiterhin einen hohen Wettbewerbsdruck auf die Keramik erzeugen. Und da der Sopro-Chef gerade dabei war, das düstere Branchenumfeld zu skizzieren, verwies er auch auf den Wettbewerb im bauchemischen Umfeld, der keineswegs an Schärfe nachgelassen habe und zusätzlichen Druck erzeuge.

Dass die Sopro Bauchemie in Deutschland dennoch die sortimentsbezogene führende Marktposition entgegen der Markt- und Wettbewerbsentwicklung weiter ausbauen und festigen konnte, wertete Wilbrand immerhin als Schmerz lindernd. Und er gibt sich kämpferisch: Das Ergebnis des Jahres 2023 sei Ansporn, auf schnellstem Wege wieder die aus dem Lot geratene DNA zu reparieren und auf den Wachstumspfad zurück zu kehren. Als Mittel zum Zweck sieht Wilbrand unter anderem Verdrängung, allerdings weniger über den Preis als vielmehr über den Service. Dafür sei man dank eines qualifizierten Teams im Innen- und Außendienst bestens gerüstet. Dazu gehöre auch die Präsenz in der Öffentlichkeit. So habe die Sopro Bauchemie allein im Jahr 2023 mehr als 800 Veranstaltungen online oder in Präsenz durchgeführt, an denen über 28 000 Teilnehmer teilgenommen haben. Präsenz auf Fachmessen wie unter anderen der BAU 2025 in München sei ein weiterer probater Erfolgs-Baustein. Zudem wolle man im Rahmen neuer Möglichkeiten, die der Konzern und zusätzliche Fertigungskapazitäten bieten, die Sortimente erweitern. Dazu gehöre der große Bereich des Zubehörs, weiterer spezialisierter Baustoffe und zusätzlicher Systeme.


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